
„Rain Over Royal“ ist ein knapp dreiminütiges Instrumental, in dem Orgel und Flöte den Ton angeben. Mit diesem Stück eröffnet der New Orleanser Gitarrist Brian J. Gitkin sein Album „Where the South Winds Wail“.
Gitkin ist das Projekt von Brian J. Gitkin. Der gebürtige Brooklyner wurde als Gitarrist und Mitgründer der Funkband Pimps of Joytime bekannt, zog später nach New Orleans und arbeitete dort als Studiomusiker und Produzent, unter anderem mit Cyril Neville und Bernard Purdie. „Where the South Winds Wail“ erschien am 22. Mai 2026 bei Wonderwheel Recordings. „Rain Over Royal“ ist der erste von zehn Titeln.
Die Platte beginnt laut Bandcamp-Text mit halb gehörten Melodien, die in New Orleans im Wind trieben, und mit dem Versuch, ihnen nachzugehen wie bei einer Séance mit einer unbekannten Vergangenheit. Der Titel des Openers verweist nach Einschätzung von Storm Surge of Reverb auf die Royal Street im French Quarter. Das Blog beschreibt „Rain Over Royal“ als zurückhaltendes, verzauberndes Instrumental: Eine Orgel gibt dem Stück etwas Gedämpftes, fast Benommenes, eine Flöte legt etwas Geheimnisvolles darüber. Der Rezensent hörte den Song zum ersten Mal im Auto, bei Regen auf der West Esplanade in Kenner, Louisiana. Die Credits auf Gitkins Website nennen für diesen Titel keine Gastmusiker.
Als Opener gibt „Rain Over Royal“ die Richtung einer Platte vor, die Apple Music als weltläufigen Psych-Funk des New Orleanser Gitarristen beschreibt. Storm Surge of Reverb ordnet Gitkin nicht als Surf-Band ein, sondern in eine Reihe mit Gruppen wie Khruangbin, und lobt, dass das Album New Orleans als Ausgangspunkt nimmt, ohne einen erzwungenen New-Orleans-Sound zu bemühen. Gerade dieser leise Auftakt zeigt das: Er setzt auf Stimmung statt auf Lokalkolorit.
Regen über dem French Quarter, in weniger als drei Minuten erzählt und ganz ohne Worte.
„Rain Over Royal“ braucht wenig: eine Orgel, die alles etwas verlangsamt, und eine Flöte, die ein Rätsel offen lässt. Für mich ist das ein Stück, das eher einen Ort und ein Wetter beschreibt als eine Melodie. Meine Empfehlung: an einem verregneten Abend hören, am besten unterwegs, so wie der Rezensent von Storm Surge of Reverb ihn zum ersten Mal gehört hat.