
„Perfect Darkness“ eröffnet das gleichnamige Album von Fink mit fast sieben Minuten Akustikgitarre und Streichern. Fin Greenall schrieb den Song laut PopMatters als Zuspruch für einen Freund, der vor einem großen Plattenvertrag stand.
Fink ist das Projekt des Briten Fin Greenall, der bei Ninja Tune als DJ und Produzent begann und dort später zum akustischen Songwriting wechselte. „Perfect Darkness“ erschien im Juni 2011 bei Ninja Tune, eingespielt mit seinen langjährigen Mitmusikern Tim Thornton und Guy Whittaker und produziert von Billy Bush und Fink, aufgenommen in 20 Tagen in Brighton und Los Angeles. Der Titelsong steht an erster Stelle der zehn Stücke.
Mit 6:39 ist „Perfect Darkness“ das längste Stück des Albums, geschrieben von Greenall, Thornton, Whittaker und Matt Kelly. PopMatters beschreibt ein schlankes Arrangement aus angeschlagener Akustikgitarre und zarten Streichern, wie man es aus dem Folk kennt, und vergleicht die Länge mit „Hey Jude“ von den Beatles. Auch inhaltlich zieht der Rezensent diese Linie: Der Song ist als Beruhigung für einen Freund angelegt, der in einen großen Plattenvertrag einsteigt, ein Luxusproblem, das trotzdem allgemein trägt. Witchdoctor nennt Ruhm und Reichtum als Thema und sieht darin eine Abkehr vom üblichen Bekenntnis-Songwriting. Wo „Hey Jude“ in Jubel aufgeht, bleibt „Perfect Darkness“ nach PopMatters eng und beklemmend, mit dem Gefühl, dass schwere Zeiten bevorstehen. Getragen wird das von Greenalls tiefer, rauer Stimme, die The Skinny unverwechselbar nennt, und von feinem Fingerpicking, das KCRW gerade an diesem Song als Zeichen für Greenalls Sinn für Weite hervorhebt.
KCRW nennt den Titelsong neben „Fear Is Like Fire“ und „Yesterday Was Hard on All of Us“ als Beispiel für die stille Größe der Platte, Witchdoctor spricht vom epischen Titelstück und lobt vor allem den Klang des Albums: wenige Instrumente, nah aufgenommen, die Stimme kaum komprimiert. Den Albumtitel wählte die Band laut Wikipedia, weil er nach einem ersten Stück klang. Für das hhv-mag ist die „perfekte Dunkelheit“ das Leitbild der ganzen Platte, die erst mit dem Schlussstück „Berlin Sunrise“ ins Licht findet. The Skinny und SoulCulture merken an, dass sich das Album kaum von Finks früheren Platten entfernt.
Ein Zuspruch für einen Freund, der klingt, als wüsste er schon, wie schwer es wird.
„Perfect Darkness“ ist ein Eröffnungsstück, das sich Zeit nimmt: wenige Instrumente, viel Raum und ein Zuspruch, in dem mehr Sorge als Jubel steckt. Meine Empfehlung: Spät am Abend mit Kopfhörern hören, denn gerade die nahe, unaufdringliche Aufnahme macht diesen Song aus.