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Nils Lofgren

Keith Don't Go

Album: 
Acoustic Live

„Keith Don't Go“ ist Nils Lofgrens Brief an Keith Richards, geschrieben 1973 aus Sorge um dessen Gesundheit. Auf „Acoustic Live“ spielt er den Song ohne Band vor Publikum, mit 6:50 deutlich länger als die Studiofassung von 1975.

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review

01 Kontext

Nils Lofgren, Jahrgang 1951, spielte schon als Teenager bei Neil Young und ist seit 1984 Gitarrist in Bruce Springsteens E Street Band. „Acoustic Live“ entstand am 18. Januar 1997 bei einem Konzert in den Barns at Wolf Trap in Vienna, Virginia, und erschien im selben Jahr bei Vision. Seitdem wurde das Album mehrfach neu aufgelegt, zuletzt als audiophile Pressung bei Analogue Productions. „Keith Don't Go“ ist der fünfte von 17 Titeln.

02 Der Song

Lofgren schrieb den Song 1973 in England, auf der Tour zu Neil Youngs „Tonight's the Night“, einem Album, das zwei an Überdosen gestorbenen Weggefährten gewidmet war. Freunde von Keith Richards hatten ihm dort von ihrer Sorge um den Gitarristen der Rolling Stones erzählt. Laut Far Out ist der Text ein Appell an sein Idol, den zerstörerischen Weg zu verlassen, bevor die Drogen seine Musik überdecken. Lofgren selbst beschrieb ihn im Rolling Stone als Dankesbrief, den er auf eine schon vorhandene, düstere Musik setzte. Eine frühe Aufnahme mit seiner Band Grin, mit Neil Young an Klavier und Gesang, blieb jahrzehntelang verschollen. Offiziell erschien der Song 1975 auf Lofgrens erstem Soloalbum, dort laut Guitar Player mit kraftvollem Riff und scharfem Solo auf der Stratocaster.

Auf „Acoustic Live“ dauert er 6:50, gut zweieinhalb Minuten länger als das Original. Lofgren steht dabei allein auf der Bühne, nach Angaben von Analogue Productions ergänzt nur durch einen Synthesizer seines Bruders Tom. Wie diese Fassung im Einzelnen aufgebaut ist, beschreiben die Quellen nicht. Belegt ist, dass gerade dieser Titel in der HiFi-Szene seit Langem als Vorführstück gilt, und Ken Kessler lobt in HiFi News die luftige, räumliche Aufnahme des Abends.

03 Einordnung

„Keith Don't Go“ wurde nie als Single veröffentlicht, wurde laut Guitar Player aber zu einem Publikumsliebling, vor allem in Großbritannien, und Lofgren spielt ihn bei jedem Konzert. Wikipedia zählt den Song zu seinen Radioerfolgen der mittleren Siebziger. AllMusic nennt „Acoustic Live“ einen kleinen Schatz für langjährige Fans, ohne große Überraschungen, aber mit einer Reihe kleiner Perlen, und führt „Keith Don't Go“ unter den Lieblingssongs, die Lofgren an diesem Abend spielt.

Ein Fan schreibt seinem Helden einen Brief und singt ihn seitdem jeden Abend.

04 Mein Eindruck

„Keith Don't Go“ ist Sorge und Bewunderung in einem Song, den Lofgren seit über fünfzig Jahren auf jede Bühne mitnimmt und hier ohne Band in fast sieben Minuten ausbreitet. Meine Empfehlung: abends hören, über gute Lautsprecher oder Kopfhörer, denn diese Aufnahme gilt nicht ohne Grund als Prüfstein für HiFi-Anlagen.