
„Glimmerine“ beginnt fast wie ein Selbstgespräch und endet beinahe auf der Tanzfläche. Mit diesem Song eröffnet Sascha Ring alias Apparat sein sechstes Album „A Hum Of Maybe“.
Apparat ist das Projekt des Berliner Musikers, Produzenten und Komponisten Sascha Ring. Nach „LP5“ von 2019 fand er lange keinen Zugang mehr zu seiner Musik, 2025 verordnete er sich deshalb, jeden Tag eine Songidee festzuhalten. Aus diesen Skizzen entstand gemeinsam mit Philipp Johann Thimm „A Hum Of Maybe“, erschienen im Februar 2026 bei Mute. „Glimmerine“ ist der erste von elf Titeln.
Der Anfang ist reduziert und nachdenklich: Rings Stimme, ein Klavier, dahinter ein sanft wabernder Grund. Dann bricht ein Störgeräusch in die Melancholie, und der Song zieht an. Er wird schneller und elektronischer, ein dunkles Wummern setzt ein, Posaunen fransen aus, zwischendurch öffnen sich ruhige Flächen, bis aus der Ballade fast ein Tanzstück geworden ist. musicOMH beschreibt das Ganze als straff gebaut: sehnsüchtiger Gesang, filmische Instrumentierung und Beats, die mal in den Fokus rücken und mal verschwimmen. Das Arrangement legt sich dabei um die Stimme und steuert auf einen Schluss zu, der einlöst, was es aufgebaut hat.
musicOMH hört in Rings Gesang Anklänge an Radiohead zur Zeit von „Amnesiac“ und an James Blake, sieht seine eigentliche Stärke aber im Arrangement. Für The Vinyl District gehört „Glimmerine“ zu den besten Stücken des Albums. MusikBlog nennt die Stimmungswechsel, die dieser Opener vorführt, das zentrale Gestaltungsmittel der ganzen Platte.
Ein Song, der leise anfängt und sich traut, laut zu werden.
„Glimmerine“ ist der Schlüssel zu „A Hum Of Maybe“: Zurückhaltung und Ausbruch in gut sechs Minuten. Meine Empfehlung: Wer wissen will, ob einem diese Platte liegt, hört zuerst diesen Song, am besten ohne Unterbrechung, von der ersten bis zur letzten Sekunde.