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Little Whale

Aguila de Oro

Album: 
Terra

„Aguila de Oro“ eröffnet „Terra“, das zweite Album von Little Whale: ein spanischsprachiges Lied über Adler und Kondor, angeregt von der Sierra Mazateca in Mexiko und von der Idee der Pachamama. Der Song erschien im März 2021 als Single und lebt seitdem in mehreren Remixen und einer Live-Fassung weiter.

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review

01 Kontext

Little Whale veröffentlichte „Aguila de Oro“ am 20. März 2021 als Single und stellte den Song im Juli 2021 an den Anfang des zweiten Albums „Terra“, nach dem Debüt „Movement of the Dawn“ von 2019. „Terra“ hat acht Stücke, ein Label ist nicht genannt, die Rechte liegen bei Little Whale selbst. Die Erlöse aus den Bandcamp-Verkäufen gingen an Indigene, die sich in Minnesota gegen die Ölpipeline Line 3 wehren, und an die brasilianische Organisation APIB.

02 Der Song

Laut dem Begleittext zur Remix-Ausgabe beim Label Resueño ist „Aguila de Oro“ von der Sierra Mazateca in Mexiko inspiriert und von Pachamama, der andinen Vorstellung von Mutter Erde. Der Song ehrt die ersten Hüterinnen und Hüter dieser Region und indigene Völker allgemein und versteht sich als Aufruf, im Gleichgewicht mit der Natur zu leben. Goldadler und Kondor stehen darin für die Vision, dieses Gleichgewicht wiederherzustellen.

Der Text ist auf Spanisch und als Anrufung angelegt, eher Gesang als Erzählung. Er spricht eine heilende Person an und ruft die Pflanzenmedizin Ayahuasca an, die Bilder kommen aus Gebirge, Dschungel und Kosmos, dazu die beiden großen Vögel. Die Perspektive ist gemeinschaftlich und andächtig, es geht um Wiederherstellung und Ausgleich. Im Interview mit Melodiva erzählt Little Whale, dass das eigene Spanisch nur einfach sei, die meisten Lieder auf „Terra“ aber trotzdem auf Spanisch entstanden: als Feier von Pflanzen und Tieren und dem, was sie verkörpern, etwa der Blick der Vögel von oben.

Aufgenommen und produziert hat Little Whale das Album allein in einem Keller in Minneapolis, mit Gitarre, Charango, Perkussion und Gesang. Dazu kommen Gäste an Flöte (Eran Fakir), Cello (Arianna Wegley), Kontrabass (Matt Blake) und Udu (Alex Goldfarb), Patrick Pegg gestaltete die Übergänge zwischen den Stücken. Gemischt und gemastert hat Adam Krinsky in den Bellows Studios in St. Paul.

03 Einordnung

Als Eröffnung und erste Single ist „Aguila de Oro“ das Stück, mit dem „Terra“ nach außen ging, und das Stück des Albums mit dem längsten Nachleben. 2024 brachte Resueño Neufassungen von Sariel Orenda und UAK heraus, dazu kamen Remixe von Iyakuh und Pachira sowie von Venado, eine Live-Fassung in der „TaOr Live Session“ und eine Instrumentalversion auf „Terra Instrumentals“. Besprechungen in der Musikpresse zum Song selbst gibt es nicht, seine Wirkung zeigt sich eher darin, wie oft andere ihn weitergetragen haben.

Ein Lied, das Adler und Kondor ruft, damit die Welt wieder ins Gleichgewicht findet.

04 Mein Eindruck

„Aguila de Oro“ ist weniger ein Song mit Strophe und Pointe als eine Anrufung: ein einfaches Spanisch, große Naturbilder und ein klarer Wunsch nach Ausgleich, getragen von einer Aufnahme, die im eigenen Keller entstanden ist. Meine Empfehlung: Am Morgen hören, als Auftakt für „Terra“ am Stück, und danach die Ecstatic Mix von Sariel Orenda und UAK, um zu hören, wie weit der Song tragen kann.